Montage & Planung von Personenzählern

Ratgeber · Praxis

Die Genauigkeit eines Personenzählers entscheidet sich nicht im Datenblatt, sondern bei der Montage. Wer vorab Deckenhöhe, Durchgangsbreite, Türart, Strom- und Netzwerkanschluss klärt, wählt die passende Technik und vermeidet teure Nacharbeiten. Hier finden Sie unsere Planungs-Checkliste, Montagetipps je Technologie und die häufigsten Fehler aus der Praxis.

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Planungs-Checkliste

Ort & Bauliches

  • Deckenhöhe am Montageort (lichte Höhe, bei abgehängten Decken bis zur Unterkante)
  • Durchgangsbreite und Anzahl der Ein- und Ausgänge
  • Türart: Schwenktür, Schiebetür, Karusselltür, Drehkreuz oder offener Durchgang
  • Innen oder außen – bei außen: Überdachung, Wetter, Vandalismus
  • Montagefläche: Laibung, Wand, Decke, Mast oder freistehend

Technik & Ziel

  • Strom am Montageort: keiner (Batterie/Solar), 230 V, 12 V oder PoE
  • Netzwerk: LAN, WLAN, Mobilfunk – oder bewusst gar keins
  • Statistik oder Echtzeit? Tagesberichte, Live-Belegung oder Einlassampel
  • Wer wird gezählt? Gruppen, Kinder, Mitarbeiter, Radfahrer, Fahrzeuge
  • Datenziel: Anzeige vor Ort, PC-Software, Cloud oder eigener Server (MQTT/API)

Welche Technik bei welcher Deckenhöhe?

MontagehöheGeeignete SystemeHinweis
keine Decke / seitlichLichtschranken (ca. 1,20–1,40 m), RAZL2 freistehendEmpfehlung ca. 1,20–1,40 m – höher werden schwingende Arme mitgezählt
1,95–2,20 mXovis PC2SE-UL (ab 1,95 m)bei niedriger Decke sehr kleine Erfassungsfläche – Weitwinkelvariante wählen
2,0–3,5 mTAC-B 3D-W, TAC-B EWP, Xovis PF-L, PC2SE (ab 2,20 m)Radar bevorzugt an der Wand, 3D-Sensoren an der Decke
ca. 2,35–3,5 mMilesight VS133, VS135Mindesthöhe = größte Person + ca. 0,5 m (z. B. 2,34 m bei 1,80 m)
3,5–6 mPC2SE / PC2SE-L, PF-L, VS135 Hochdecke (bis 6,5 m)große Erfassungsflächen, PF-L bis 10 × 10 m
6–20 mXovis PC3SE (5 Optik-Varianten)Hallen, Terminals, Atrien

Durchgangsbreite richtig einschätzen

Lichtschranken empfehlen wir im Standard für Einzeltüren, durch die nur eine Person gleichzeitig geht. Technisch sind meist bis ca. 6 m zwischen Sender und Empfänger möglich – sinnvoll ist das aber nur, wenn Personen fast immer einzeln durchgehen; Paare und Gruppen werden sonst als eine Person gezählt. Die RAZL2 ist für schmale, geführte Durchgänge von 0,8–1,2 m gedacht. Deckensensoren decken je nach Montagehöhe eine bestimmte Fläche ab; breite Eingänge werden mit mehreren gekoppelten Sensoren erfasst.

SystemBreite je Gerät (Beispiele laut Hersteller)
SensMax SE / DE / D3optimal bis 5 bzw. 6 m, max. 9–10 m
IMBuildings Display / NB-IoT indoor / outdoormax. 10 m / 8 m / 6 m
Radar TAC-B (Wand)bis ca. 10 m
Xovis PC2SE3,75 m bei 3,0 m Montagehöhe; 7,00 m ab ca. 3,9 m
Xovis PF-L9,6 m bei 3,0 m; 10 m ab 3,05 m
Milesight VS1332,99 m bei 3,0 m; 4,14 m bei 3,5 m

Türarten: Worauf Sie achten sollten

Schwenktür

Türflügel dürfen weder durch eine Lichtschranke schwenken noch im Erfassungsbereich eines Deckensensors liegen. Sensor mit Abstand zum Schwenkbereich montieren, meist innen hinter der Tür.

Schiebetür

Unproblematisch, wenn der Sensor nicht die Türflügel „sieht“. Tipp: Die RAZL2 kann über ein optionales Relais automatische Schiebetüren bei Maximalbelegung sperren.

Karusselltür

Personen gehen gemeinsam in einem Segment – Lichtschranken direkt an der Tür zählen hier zu wenig. Besser: Deckensensor im Innenbereich mit Abstand zur Tür und eine eventuelle Nebentür mit erfassen.

Drehkreuz

Drehkreuze vereinzeln Personen bereits mechanisch. Ob ein zusätzlicher Sensor sinnvoll ist, hängt davon ab, ob Sie z. B. Ausgänge, Nebenwege oder Echtzeitbelegung auswerten wollen.

Montagetipps je Technologie

Lichtschranke

  • Sender und Empfänger exakt gegenüber und auf gleicher Höhe ausrichten.
  • Höhe ca. 1,20–1,40 m – höher montiert werden schwingende Arme beim Gehen mitgezählt. Bei vielen Kindern tiefer montieren oder eine zweite Zähllinie vorsehen.
  • Durchgang möglichst schmal und geführt halten, damit Personen nacheinander gehen.
  • Außen: SensMax SE/DE im IP68-Schutzgehäuse; die RAZL2 nur mit Niederschlagsschutz, da Tropfen auf der Front Fehlzählungen verursachen.

Radar

  • Montagehöhe 2–3,5 m; Wand optimal 2,5–3,5 m, Decke (TAC-B EWP) 2,0–3,0 m.
  • Freie Sicht auf den gesamten Zählbereich, Zähllinien quer zum Laufweg legen.
  • Außenstandorte ohne Netz: TAC-B 4G mit LTE, bei Bedarf mit Solarsystem SPS20.
  • PoE-Modell TAC-B EWP: Kabelweg bis zum PoE-Switch oder -Injektor einplanen, wasserdichte Kappe verwenden.

3D-Stereo (Xovis) und ToF (Milesight)

  • Senkrecht an der Decke, typischerweise im Innenbereich hinter der Eingangstür, mit Abstand zum Schwenkbereich der Türflügel.
  • Zähllinie so legen, dass sie vollständig im Erfassungsbereich liegt – Personen sollten die Linie nicht am Rand umgehen können.
  • Xovis: Neigung max. ±15° bzw. ±5°; gleichmäßige Beleuchtung (mind. 2 lux). Netzwerkkabel mind. Cat-5e geschirmt, bis 100 m.
  • Milesight VS133: Wandabstand mind. 30–50 cm; PoE+ (802.3at) einplanen; automatische Höhenerkennung funktioniert nicht auf sehr dunklen Böden.
  • Breite Eingänge: mehrere Sensoren koppeln (Xovis PC2SE bis 9, PF-L bis 15; VS133 bis 4, VS135 bis 8 Geräte).

KI-Kamera (PreViCount AI)

  • Möglichst hoch montieren, damit sich Personen in Gruppen nicht gegenseitig verdecken.
  • Innen an der Decke über dem Eingang, außen an Wand oder Mast.
  • PoE-Anschluss vorsehen; Hinweisschild am Eingang anbringen (siehe Datenschutz).

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

FehlerFolgeBesser
Lichtschranke im Schwenkbereich der TürTürflügel wird mitgezähltMontage mit Abstand zum Türflügel bzw. auf der anderen Seite
Breiter, offener Eingang mit LichtschrankeNebeneinander gehende Personen werden als eine gezähltLichtschranke nur an Einzeltüren – sonst Xovis- oder Milesight-Deckensensor wählen
Deckensensor zu niedrig montiertzu kleine Erfassungsfläche, Personen laufen vorbeiWeitwinkelvariante (z. B. PC2SE-UL) oder mehrere Sensoren
ToF-Sensor zu dicht an der WandStörungen durch ReflexionenWandabstand laut Hersteller (VS133: 30–50 cm) einhalten
RAZL2 im Freien ohne RegenschutzFehlzählungen durch TropfenÜberdachten Standort oder Niederschlagsschutz vorsehen
Nebeneingänge vergessenBelegung „läuft weg“Alle Ein- und Ausgänge erfassen oder bewusst ausschließen
Kein Netzwerk/PoE eingeplantVerzögerung bei der InbetriebnahmeDatenweg vorab klären: LAN, WLAN, Mobilfunk oder offline
Mitarbeiter zählen mitverfälschte BesucherzahlenMitarbeiterausblendung (Xovis-Namensschild, ToF-Reflex-Tag) oder separater Personaleingang

Diese Angaben brauchen wir für Ihr Angebot

  • Fotos vom Eingang – von innen und von außen, möglichst mit Blick auf Decke und Laibung
  • Maße: Durchgangsbreite, Deckenhöhe, ggf. Abstand zur Tür
  • Türart und Anzahl der Ein- und Ausgänge
  • Strom und Netzwerk am Montageort (230 V, PoE-Switch, WLAN, Mobilfunkempfang)
  • Innen oder außen
  • Ziel: Statistik, Live-Belegung, Einlassampel, Conversion-Rate, Nachweis
  • Gewünschter Datenweg: offline, eigene Software, Cloud oder MQTT
  • Besonderheiten: viele Kinder, Gruppen, Mitarbeiterverkehr, Fahrräder oder Fahrzeuge
Eingang mit Personenzähler
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Häufige Fragen

Wie hoch sollte eine Lichtschranke montiert werden?
Wir empfehlen für alle Lichtschranken ca. 1,20–1,40 m. Höher montiert unterbrechen schwingende Arme beim Gehen den Strahl und verursachen Fehlzählungen. Bei vielen Kindern kann eine tiefere Montage sinnvoll sein.
Welche Mindest-Deckenhöhe brauchen Deckensensoren?
Die Xovis PC2SE-UL arbeitet ab 1,95 m, der PF-L ab 2,00 m, die Standard-PC2SE ab 2,20 m. Beim Milesight VS133 gilt: größte zu zählende Person plus ca. 0,5 m.
Kann ich einen Personenzähler selbst montieren?
Batteriebetriebene Lichtschranken und die freistehende RAZL2 lassen sich in der Regel ohne Fachkenntnisse aufstellen. Lichtschranken und Radarsensoren werden üblicherweise bauseits installiert, z. B. durch Ihren Elektriker. Für Xovis- und Milesight-Sensoren – speziell in Verbindung mit Vemcount – bieten wir die Installation deutschlandweit an – oder, meist kostengünstiger und sehr häufig genutzt, Eigenmontage mit Ferneinrichtung durch uns.
Was tun bei einem sehr breiten Eingang?
Radar deckt an der Wand bis ca. 10 m ab, der Xovis PF-L bis 10 × 10 m. Alternativ werden mehrere Deckensensoren zu einem Verbund gekoppelt.
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