Schnittstellen für Personenzähler: MQTT, API, HTTP-Push, CSV & BACnet
Viele Organisationen möchten Besucherzahlen nicht in einer weiteren Insel-Software ansehen, sondern dort nutzen, wo ohnehin Entscheidungen fallen: im BI-System, in der Gebäudeleittechnik, im Besucherleitsystem oder im eigenen Dashboard. Dieser Artikel zeigt, welche Schnittstellen die Personenzähler in unserem Programm bieten, wie der Datenfluss typischerweise aussieht und worauf Sie aus Sicht der IT-Sicherheit achten sollten.

Die Schnittstellen im Überblick
MQTT / MQTTS
Publish/Subscribe-Protokoll: Der Sensor veröffentlicht Nachrichten an einen Broker, Ihre Anwendungen abonnieren sie. Ideal für ereignisnahe Daten und viele Geräte. Verschlüsselt per TLS.
REST-API
Ihr System fragt Daten gezielt per HTTP(S) ab oder konfiguriert Geräte. Xovis dokumentiert seine API per Swagger.
HTTP(S)-Push / Webhooks
Der Sensor sendet Zählwerte periodisch oder ereignisgesteuert als JSON (bzw. XML) an einen Webserver Ihrer Wahl.
CSV-Export
Der einfachste Weg: Daten aus Webinterface oder Software exportieren und in Excel oder ein BI-Tool laden – ohne Programmierung.
BACnet/IP
Milesight-ToF-Sensoren stellen Zählwerte als BACnet/IP-Objekt bereit – direkt nutzbar für die Gebäudeautomation.
FTP(S) / SFTP
Datei-basierte Übergabe, z. B. bei Xovis oder als Import-Weg in EasyReport und Vemcount.
So fließen die Daten – in Worten erklärt
- Erfassung im SensorDer Sensor zählt Personen an virtuellen Linien oder in Zonen. Bei 3D-, ToF- und KI-Sensoren passiert die gesamte Bildauswertung im Gerät – nach außen gehen nur Zahlen.
- ZwischenspeicherZählwerte werden lokal gepuffert (z. B. bis zu 100.000 Pakete beim Milesight VS133, SD-Karte beim SensMax TAC-B). Fällt das Netz aus, wird später nachgesendet.
- ÜbertragungDer Sensor baut die Verbindung selbst nach außen auf und sendet per MQTT, HTTP(S) oder in eine Hersteller-Cloud. Alternativ ruft Ihr System die Daten per API ab.
- Broker / EmpfängerEin MQTT-Broker (eigener Server, Azure IoT Hub, AWS IoT Core) oder ein Webserver nimmt die Nachrichten an.
- VerarbeitungIhre Anwendung speichert die Werte in einer Datenbank, aggregiert sie und reicht sie an Dashboards, BI-Werkzeuge oder die Gebäudeleittechnik weiter.
- NutzungBelegungsanzeige am Eingang, Lüftung nach Anwesenheit, Personalplanung nach Frequenz, Monatsbericht für den Träger.
Drei typische Architekturen
A – Direkt ins eigene System: Sensor → MQTT-Broker im eigenen Netz → Datenbank → Dashboard. Volle Datenhoheit, keine Lizenzkosten für den Datenweg, aber eigener Betriebsaufwand.
B – Über eine Analyseplattform: Sensor → Vemcount (HTTPS, MQTT, LoRaWAN, FTP/SFTP) → Auswertung in der Plattform, Weitergabe per API (Pro) oder CSV an BI und ERP.
C – Über die Hersteller-Cloud: Sensor/Gateway → SensWeb bzw. IMMotion Cloud → Export oder API-Abruf.

Schnittstellen je Gerät
Nur in den Herstellerunterlagen dokumentierte Schnittstellen. Details (Firmware-Stand, Nachrichtenformate) klären wir projektbezogen.
| Gerät | Lokal / Export | MQTT | API / Push | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|
| Lichtschranken | ||||
| SensMax SE / DE | IR-Datensammler → EasyReport: CSV, XLS, PDF | – | – | komplett offline |
| SensMax D3 / S1 + SMX-Gateway | SensWeb-Export; Download per EasyReport | – | SensWeb-API | immer über SensWeb-Cloud; Gateway: LAN oder WLAN |
| IMBuildings NB-IoT | Export aus IMMotion Cloud | – | Integration in eigene Plattform | NB-IoT, UDP; Downlink-Konfiguration |
| IMBuildings Display | nur Anzeige am Gerät | – | – | – |
| RAZL2 | Statistik im 15-min-Raster, Anzeige im Browser | – | RESTful API (im lokalen Netz) | optional WLAN-Schaltrelais für Türen/Ampel |
| Radar | ||||
| SensMax TAC-B | SensWeb-Export; Download per EasyReport | – | SensWeb-API | immer über SensWeb-Cloud (Premium, kostenpflichtig); Relais (EWP) |
| 3D-, ToF- und KI-Sensoren | ||||
| Xovis PC2SE / PF-L / PC3SE | Webinterface, CSV (über Preiser) | ✓ MQTT(S) | REST-API (Swagger), Push HTTP(S), FTP(S), SFTP, TCP, UDP | XML/JSON; IPv4/IPv6, 802.1x |
| Milesight VS133 / VS135 | Webinterface, bis 1 Mio. Datensätze, CSV | ✓ QoS 0–2, TLS | HTTP(S)-Push (JSON), CGI/API | BACnet/IP; Alarm-Ein-/Ausgang; LoRaWAN-Varianten |
| PreViCount AI | Browser-Dashboard, PDF, CSV | ✓ 1-min-Intervall | – | Vemco-kompatibel per MQTT |
Praxis-Tipps für MQTT
- Pro Standort ein eigenes Präfix vergeben – so lassen sich Rechte am Broker sauber pro Topic-Zweig vergeben.
- Immer TLS nutzen (MQTTS, Port 8883), unverschlüsselt (1883) höchstens in isolierten Netzen.
- Einzelereignisse für Echtzeit-Belegung, Aggregate für Statistik und Langzeitspeicherung nutzen.
- Beim Milesight VS133 die QoS-Stufe (0–2) passend zur Kritikalität wählen.
- Die vollständigen Nachrichtenformate stellen wir Ihnen mit der Herstellerdokumentation bereit.
Sicherheit: Push statt offener Ports
Aus Sicht der IT-Sicherheit ist entscheidend, wer die Verbindung aufbaut. Bei den hier vorgestellten Sensoren sendet in der Regel der Sensor die Daten selbstständig nach außen. Bei Xovis weist der Hersteller ausdrücklich darauf hin, dass im Firmennetz keine Ports von außen geöffnet werden müssen. Auch der SensMax TAC-B EWP baut seine Verbindung zur SensWeb-Cloud nur ausgehend auf.
- Verschlüsselte Übertragung: MQTTS/TLS, HTTPS, SFTP/FTPS
- Netzwerk-Authentifizierung per IEEE 802.1x (Xovis, Milesight bei neuerer Firmware)
- Sensoren in ein eigenes VLAN legen, nur benötigte ausgehende Ziele freigeben
- Passwortgeschützte Konfiguration und eigene Zertifikate (Xovis: Port- und SSL-Zertifikatsverwaltung)
- Pufferung im Gerät überbrückt Wartungsfenster ohne Datenverlust
Datenschutz durch Architektur
Egal ob Radar, ToF, 3D-Stereo oder KI-Kamera: Bei allen Systemen in unserem Programm werden nur Zählwerte übertragen, keine Bilder. Bei Xovis steuern vier Datenschutzstufen, ob neben Zählwerten auch anonyme Laufwege ausgegeben werden. PreViCount AI speichert nur Zählwerte, die Bilder verlassen die Kamera nicht.
Netzunabhängige Alternativen – NB-IoT beim IMBuildings-Zähler oder LTE beim TAC-B 4G – berühren Ihr Firmennetz gar nicht.
Unsere Hinweise ersetzen keine Rechtsberatung und keine Abstimmung mit Ihrem Datenschutzbeauftragten. Mehr im Ratgeber Datenschutz bei der Personenzählung.
Checkliste für Ihr Integrationsprojekt
- Ziel klären: Echtzeit-Belegung (Sekunden), Statistik (Viertelstunde/Stunde) oder Monatsbericht?
- Datenweg festlegen: eigener Broker, Analyseplattform oder Hersteller-Cloud?
- Netzwerk: PoE-Switch, VLAN, ausgehende Ports, DHCP oder feste IP, NTP-Zeitquelle
- Datenmodell: Standort, Eingang, Zähllinie, Richtung, Zeitraster – einheitlich über alle Sensoren
- Ausfallsicherheit: Pufferung im Sensor prüfen, Monitoring für „Sensor offline“ einrichten
- Datenschutz: Datenschutzstufe, Hinweisschild, Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten
- Test: Zählung vor Ort validieren und Nachrichtenfluss Ende-zu-Ende prüfen
Häufige Fragen
Welche Personenzähler lassen sich ohne Cloud per MQTT anbinden?
Muss ich Ports in meiner Firewall öffnen?
Kann ich Besucherzahlen in die Gebäudeleittechnik übernehmen?
Gibt es ein einheitliches Datenformat über alle Hersteller?
Unterstützen Sie uns bei der Integration?
Downloads & Datenblätter
Welcher Personenzähler passt zu Ihrem Eingang?
Wir beraten herstellerübergreifend – von der batteriebetriebenen Lichtschranke bis zum KI-3D-Sensor. Schildern Sie uns kurz Ihren Einsatzort, wir melden uns mit einer konkreten Empfehlung.


