ToF-Personenzähler: präzise zählen mit Lichtlaufzeit

Time-of-Flight-Personenzählung

Time-of-Flight-Sensoren (ToF) werden über dem Eingang an der Decke montiert und messen für jeden Bildpunkt die Entfernung zum Objekt. Aus diesem Tiefenbild erkennen sie Köpfe und Schultern, verfolgen die Personen und zählen sie an virtuellen Linien – präzise, auch in Gruppen, und ohne ein Kamerabild zu erzeugen. Wir liefern die ToF-Zähler von Milesight, den VS133 auch als PreViCount ToF 3.5 PoE.

VS133 vs. VS135
Time-of-Flight-Personenzählung
bis zu 99 %Zählgenauigkeit (VS133)
940 nmunsichtbares Infrarotlicht
± 3,5 cmDistanzmessfehler
bis 6,5 mMontagehöhe (VS135 Hochdecke)

So funktioniert Time-of-Flight

Der Sensor sendet für das Auge unsichtbares Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von 940 nm aus und misst, wie lange das Licht bis zum Objekt und zurück benötigt – die Lichtlaufzeit. Daraus berechnet er für jeden Bildpunkt einen Entfernungswert. Das Ergebnis ist ein Höhenprofil des Bereichs unter dem Sensor: Köpfe erscheinen als „nahe“ Punkte, der Boden als „ferne“.

KI-Algorithmen erkennen in diesem Profil Personen, verfolgen ihre Bewegung und zählen sie beim Überqueren von Zähllinien. Weil die Messung von oben erfolgt, werden auch eng nebeneinander gehende Personen sauber getrennt. Über die gemessene Körpergröße lassen sich Kinder und Erwachsene unterscheiden.

Tiefenbild statt Kamerabild: Der Sensor liefert keine Fotos oder Videos, sondern ausschließlich Entfernungswerte. Gesichter oder Kleidung sind darin nicht erkennbar.

ToF-Tiefenbild einer Person von oben
Tiefenbild eines ToF-Sensors: Farben stehen für Entfernungen, nicht für ein Foto

ToF live erleben

Das kurze Video zeigt, was der Sensor tatsächlich „sieht“ – ein farbcodiertes Höhenprofil statt eines Kamerabilds.

ToF-Tiefenbild in Echtzeit: Eine Person bewegt sich durch den Erfassungsbereich (13 s).

Stärken und Grenzen

Stärken

  • Sehr hohe Genauigkeit – bis zu 99 %, auch bei Gruppen
  • Kein Kamerabild: nur Tiefenwerte, datenschutzfreundlich per Konstruktion
  • Unabhängig von Licht: funktioniert bei Dunkelheit und Gegenlicht
  • Zusatzfunktionen: Kinder/Erwachsene, Personal-Ausschluss, Kehrtwende-Filter, Zonen, Heatmap
  • Läuft komplett lokal mit CSV-Export – oder liefert Daten per MQTT/HTTP
  • Breite Eingänge durch Kopplung mehrerer Sensoren (Stitching)

Grenzen

  • Nur für Innenräume (IP40)
  • Deckenmontage mit Mindesthöhe erforderlich; bei niedriger Decke kleine Erfassungsfläche
  • VS133: max. 3,5 m Montagehöhe – für hohe Hallen den VS135 Hochdecke wählen
  • Stromversorgung per PoE+ (bzw. beim VS135 alternativ 12 V) nötig
  • Automatische Höhenerkennung funktioniert nicht bei sehr dunklen Böden
  • Webinterface derzeit auf Englisch

Milesight VS133 und VS135 im Vergleich

Faustregel: Für Ladeneingänge und Türen mit normaler Deckenhöhe ist der VS133 die bewährte Wahl. Hohe Eingangshallen oder Standorte ohne LAN sprechen für den VS135.

VS133 (PreViCount ToF 3.5 PoE)VS135
Montage & Erfassung
Montagehöhebis 3,5 mStandard bis 3,5 m · Hochdecke bis 6,5 m
Sichtfeld98° × 80°Standard 98° × 80° · Hochdecke 60° × 45°
Stitching (breite Eingänge)bis 4 Geräte (1 Master + 3 Nodes)bis 8 Geräte
SchutzartIP40 (innen)IP40 (innen)
Strom & Daten
StromversorgungPoE+ (IEEE 802.3at)PoE+ oder 12 V DC
FunkvariantenEthernet; LoRaWAN-Version erhältlichPoE, PoE + WLAN, LTE Cat-4, Wi-Fi HaLow, LoRaWAN
MQTT / HTTP / API✓✓
Lokaler Speicherbis 1 Mio. Datensätze, CSV-Exportbis 1 Mio. Datensätze
Funktionen
Zähllinien / Zonenbis 4 / 4bis 4 / 4
Kinder / Erwachsene, Personal-Ausschluss✓✓
Einkaufswagen-Erkennung–✓ (außer LoRaWAN)
Detailszum VS133zum VS135

Wann ToF die richtige Wahl ist

  • Eingänge mit Gruppen: Familien oder Kollegen, die dicht nebeneinander gehen, werden von oben getrennt erfasst.
  • Hohe Anforderungen an Genauigkeit, z. B. für Konversionsraten im Einzelhandel.
  • Kein Kamerabild erwünscht, aber mehr Präzision als mit einer Lichtschranke.
  • Vorhandenes Netzwerk mit PoE an der Decke über dem Eingang.
  • Für Außenbereiche empfehlen wir dagegen Radarsensoren oder den Xovis PC2SE Outdoor.

Unsere ToF-Sensoren

Installation deutschlandweit oder Ferneinrichtung

Für Xovis- und Milesight-Sensoren – speziell in Verbindung mit der Analyse-Software Vemcount – bieten wir die Installation deutschlandweit an: Montage, Einrichtung der Zähllinien, Validierung und Anbindung an Vemcount. Alternativ – meist die kostengünstigere und sehr häufig genutzte Variante: Eigenmontage durch Ihren Elektriker oder Haustechniker und Ferneinrichtung durch uns.

Häufige Fragen zu ToF-Personenzählern

Ist ein ToF-Sensor eine Kamera?
Nein. Der Sensor misst mit Infrarotlicht Entfernungen und erzeugt ein Tiefenbild. Es entstehen keine Fotos, in denen Personen erkennbar wären. Mehr dazu im Ratgeber Datenschutz – dieser ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie hoch muss die Decke sein?
Beim VS133 gilt als Mindesthöhe: größte zu erwartende Person + 0,5 m + 0,035 m, also z. B. rund 2,34 m bei 1,80 m Personengröße. Maximal sind 3,5 m möglich; der VS135 Hochdecke arbeitet bis 6,5 m.
Wie breit darf ein Eingang sein?
Das hängt von der Montagehöhe ab: Bei 3,5 m erfasst ein VS133 etwa 4,1 × 3,0 m. Breitere Eingänge werden durch Kopplung mehrerer Sensoren abgedeckt (VS133 bis 4, VS135 bis 8 Geräte).
Funktioniert ToF im Freien?
Die Milesight-ToF-Sensoren sind für Innenräume (IP40) ausgelegt. Für außen eignen sich Radarsensoren.
Kann ich die Daten in Vemcount auswerten?
Ja, Milesight-ToF-Sensoren lassen sich an Vemcount anbinden. Alternativ arbeiten sie lokal mit CSV-Export oder senden per MQTT/HTTP an Ihr eigenes System.
Persönliche Beratung

Welcher Personenzähler passt zu Ihrem Eingang?

Wir beraten herstellerübergreifend – von der batteriebetriebenen Lichtschranke bis zum KI-3D-Sensor. Schildern Sie uns kurz Ihren Einsatzort, wir melden uns mit einer konkreten Empfehlung.